Flasche auf, es geht los…

….allerdings wird dies hier ein Getränk mit 0,0 %o sein, denn diese Seite ist nicht nur mein Blog, Sie ist vielmehr mein Abstinenz-Tagebuch, mein Name ist Jörg und ich bin und ich werde mein Leben lang Alkoholiker sein!

An Stelle des handgeschriebenen ist dies hier mein Tagebuch. Es geht um die Erlebnisse, Gefühle, Gedanken und Geschehnisse der beschriebenen Tage.

Ein ganz wichtiger Hinweis zum Thema Datenschutz: Sämtliche vorkommende Personen sind real, jedoch durch fiktive Avatare hier ersetzt, zudem haben Sie hier ein Namenskürzel zum Schutz der Persönlichkeit, Orte hingegen werde ich benennen.

FlaschenPost

Montag und Dienstag wohl auch Mittwoch

Es ist heftig 🙂

Ja ich kann es nicht anders beschreiben, nach dem fantastischen Wochenende zu Hause, an dem ich mich in meine Frau neu verliebt habe, bin ich am Montag die neue Praktikumsstelle angetreten….

Ja angeTRETEN ist gut, so fühlte ich mich hinterher auch. Es ging los mit Hundeboxen ausflitschen, H. spritzte die Boxen ab und ich flitschte Sie trocken so gut es ging. Vorher natürlich Körbchen an die Wand lehnen, Decke aus dem Körbchen und auf Urin / Kot kontrollieren, ggfls. gegen eine Neue austauschen und dann über die Eingangstür hängen.

Die Boxen werden ausgeflitscht, das Körbchen kommt wieder an seine Stelle und die Decke so ins Körbchen gelegt, dass nur der Boden bedeckt ist, ist sonst einigen zu warm oder sie fangen an an den herausragenden Enden zu zuppeln 😉

Danach (Dreieinhalb Stunden später) habe ich dann für 10 Minuten auf dem Poppes gesessen, um anschließend mit I. zu den Ziegen zu gehen, krass!

Die sind einfach klasse, Mo ist einfach nur aufdringlich, nein, nicht neugierig, aufdringlich! Der kriecht einem halb in die Tasche wenn er auch nur den leisesten Verdacht hegt, man könne etwas leckeren dabei haben (z.B. knüppelhartes Toastbrot).

Hier ging es drum einem der ex Böcke die Hufe zu schneiden. I. hat geschnitten mit einer Art Seitenschneider, ich habe das Böckchen bei den Hörnern gepackt und aufgehalten, was ich komisch fand war, dass die Hörner warm sind bis ca. zur halben Höhe, Sie sind also durchblutet, komisches Gefühl!

Anschliessend habe ich 3 Transportboxen in der Waschküche desinfiziert und gereinigt, danach ging es zu den Kleintieren. Den Hasen & Meerschweinchen Grünes geben und ein wenig Gemüse / Obst.

Ebenso *Trommelwirbel* den beiden Ratten 🙂 Nein was sind die cool, die Beiden sind sooo zahm, super interessiert und sehr sehr neugierig 🙂
Das beste war wirklich, als ich einen Apfel klein schnitt und in das kleine „Näppelchen“ legte war die Begeisterung mäßig; Als ich dann aber eine recht dünne Scheibe Möhre abschnippelte stand „Anton“ (ich nenne Ihn einfach mal so, passt irgendwie) auf den Hinterbeinen und streckte mir seine Pfötchen entgegen *lach*

Ganz vorsichtig „riss“ Er mir die Scheibe aus der Hand und machte sich ans Werk, total knuffig.

Nr. 2 lag derweilen wie im Schlaraffenland in seiner Hängematte auf dem Rücken und ließ sich von mir bedienen! Na prima, ich bin Rattenkellner oO

Heute, Dienstag, quasi das selbe Programm, nur die Ziegen alleine gemacht und Hilfe bei den Boxen gehabt, dazu noch ca. 1 Stunde bei den Katzen verbracht, sind nicht meine Tiere, aber der kleine Main Coon Mix mit nur einem Auge (dank Katzenschnupfen) ist einfach nur goldig!

Aber es macht Spaß, richtig Spaß auch wenn es für mich körperlich sehr anstrengend ist. Immerhin habe ich an beiden Tagen deutlich über 10.000 Schritte hingelegt!

Na dann bin ich mal auf Morgen gespannt, Heute war ich körperlich nicht ganz so fertig wie gestern, aber immer noch platt genug!

 

Still alive…

Auch wenn es jetzt ein paar Tage keinen Eintrag mehr gab, es ist alles in Ordnung, sogar bestens in Ordnung.

Ich habe gute Tage hier verbracht und freue mich sehr darauf heute Mittag in Richtung heimat zu fahren, wenn auch nur bis Sonntag Mittag.

Ab kommenden Montag trete ich dann meine Praktikumsstelle im Tierheim an, worauf ich mich auch sehr freue!

So aber nun ab ins Wochenende, vorher nur noch einmal Gruppe und dann nichts wie ab gen Dortmund!

 

Sonntag, Pfingsten

Eigentlich schreibe ich am Wochenende kaum bis gar nicht, aber im Moment rasen mir die Gefühle nur durch den Kopf und den Magen.

Leider erbreche ich wieder und das nicht nur weil ich mich vor dem Essen ekle, das wäre nur ein Vorwand. Ich merke, dass die Bulimie mich immer sehr stark einholt, wenn ich Gefühle habe die mir nicht gut tun. Ich bin dann aber lieber über der Keramik als an der Flasche!

Muss Heute besonders auf mich achten und zusehen, dass es mir gut geht, kapsel mich ab aber das bewusst, ich möchte einfach Zeit und Ruhe für mich haben, mich ablenken durch ein Spiel, es mir gut gehen lassen, die Wäsche in Ruhe machen und mich an kleinen Dingen erfreuen.

Mir gehts mies, ich wünschte ich könnte einen Schalter im Kopf umlegen und es wäre besser, ich ärgere mich sehr über meine Reaktion auf As. Schreiben hin, ich habe mich wieder einmal angeschossen gefühlt und war nicht intelligent genug vernünftig darauf zu reagieren, sondern wieder einmal mit viel zu vielen spontanen, irreführenden Gefühlen.

Es tut mir leid, ich bin und ich bleibe ein Zwilling, ich bin Jekyll und Hyde, ich wünschte ich könnte das besser kontrollieren, ich hoffe ich lerne es!

Samstag der Woche 7, nach der Heimfahrt

Ich könnte im Moment nur noch heulen, eigentlich waren die vergangenen beiden Tage sehr schön, zu Hause zu sein, die Frau und die Viechers wieder zu sehen war sehr schön, zu Hause zu übernachten und anschließend in Ruhe durch das Pfingstreisechaos inkl. Unwetter in Hessen fast 4,5 Stunden nach Frankfurt zurück waren trotzdem sehr gut.

Aber dann Abends zu erfahren, dass die eigene Frau enttäuscht ist, weil man sich vermeintlich keine Gedanken zum Tag der silbernen Hochzeit gemacht hat und man auch noch daran denkt für „so ein“ Praktikum noch 2 Wochen zu verlängern, das schmerzte, enttäuschte mich und ließ mich dies auch sehr deutlich in einer Email schreiben.

Ich bin es wirklich im Moment satt zu hören und zu lesen, dass Sie diejenige ist, die immer zurückstecken musste.

Um mich abzulenken werde ich gleich zum Tierheim fahren und anschließend nach Decathlon in Dreieich. Schuhe schauen. Und einfach so um weg zu kommen.

Nachher werde ich nichts machen und das mit Hingabe und evtl. heute Abend mit Papa Ante Portas im Saal-Kino anschauen.

Ich weiß nicht, kotzen oder heulen oder einfach nur zurückziehen?

Danke Frau

Update …..

Endlich mal wieder richtig Stress mit zu Hause, weil ich das für das Wochenende nach der Silberhochzeit geplante „Event – Grillen im Garten“ mit den neuen „Freunden“ als etwas problematisch bezeichnet hatte, da ich schon das Wochenende zuvor nach Dortmund fahre, um auf die Hunde aufzupassen und A. vorher nach Köln zu fahren für 2 Tage.

Ich danach dann schon wieder am Wochenende nach Hause fahre etc.

Egal, ich habe Kopfschmerzen, gekotzt und muss mich sehr stark am Riemen reissen, um keine Fressattacke zu bekommen.

Kein schöner Tag, wo ich mich doch eigentlich auf dieses lange Wochenende gefreut hatte, zumal ich heute Vormittag im Tierheim war und mich Frau V. vorgestellt habe. Sehr nett, schönes Tierheim, groß und am Waldrand gelegen.

Arbeitszeit geht von 8:00 – ca. 14:00 Uhr!

War danach kurz noch bei Decathlon und habe mir eine Jagdhose lang, eine in kurz und vernünftige Gummistiefel geholt, wie auch eine Cappie und ein Shirt in Tarnfarben  🙂

Das Praktikum kann kommen.

Alles andere soll verschwinden. So motivationslos wie gerade eben habe ich mich selten gefühlt.

Einige der Mitpatienten sind Fußball schauen in so einer Wettbude, bin auch kurz hin, weil ich Sie habe dorthin gehen sehen, aber bleiben wollte ich nicht, so als totaler Fußballfan /Ironie aus brauchte ich das nicht wirklich.

Mal schauen, nachher kommt Loriot, dazu werde ich mich aufraffen!

Update II…..

Loriot war wieder mal richtig gut, auch wenn ich mich mehr als grau fühlte, ich konnte herzhaft lachen, danke Loriot!

Jetzt werde ich noch ein wenig was in den Lappi schauen, denke mal Fallout IV oder WOW, da ich 7 Tage kostenlos bekommen habe ^^

Na dann, auf einen besseren Tag morgen GN8!

Donnerstag und Freitag

Ja ich fasse auch diese beiden Tage zusammen, auch wenn das eigentlich aufgrund Ihres Umfang gar nicht richtig möglich ist.

Als Fazit bleibt mir nur jetzt am Freitag um 19:32 Uhr ein Kopfschütteln, Verständnislosigkeit und erneut das Gefühl wieder alles falsch gemacht zu haben.

Der T245 ist angemeldet nach tierischem Hick-Hack, da mein Perso seit 2012 abgelaufen war und man mir hier kein Kurzzeitkennzeichen zur Überführung hatte ausstellen wollen ohne eine Bestätigung des Bürgerbüros Dortmund Eving.

Ganz toll war die Reaktion der dortigen Teamleiterin Frau S. die wirklich innerhalb von 10 Minuten ein Fax mit einer Meldebestätigung nach Oberursel schickte und man mir dann das o.k. für das Kennzeichen gab.

Habe mich dann noch ziemlich über den Autohändler geärgert, denn der Wagen war Innen und Außen so dreckig, den hätte ich nie abgegeben!
Zudem funktioniert das PDC nicht, die Automatikfunktion des Fahrlicht geht nicht und im Stoßfänger hinten Fahrerseite hat es eine Beule.

Der Rest ist einfach nur gut, die Sitze eine wahre Wonne, zum ersten mal passen Sie wie angegossen, sogar mein Kopf ruht an der Kopfstütze!
Der Motor surrt vor sich hin, der Verbrauch liegt mit 7,2 l im absolut akzeptablen Bereich, die Lüftung ist klasse, das Lamellendach dicht und kein bisschen am Pfeifen, tja was soll ich schreiben, Benz halt!

Zu meinem Heimataufenthalt von Donnerstag späten Nachmittag mit dem überraschenden Auftauchen am DVG, bis Freitag Mittag mit der anschließenden Heimfahrt, die bis 17:50 Uhr dauerte verliere ich keine weitere Zeile.

Es hat im nachhinein wieder eine Aussage gegeben, die mir wirklich weh tat, ich hätte keinen Gedanken an die Silberhochzeit verschwendet, und Ihre Planung von wegen Grillen im Garten mit Carmen / Carola werde Sie absagen. Ich wüsste nicht zu würdigen, dass Sie zu Hause rotiert und würde einfach so 2 Wochen verlängern wollen aufgrund des Praktikums ohne an Sie zu denken.

Dass ich Heimfahrten für mein Geburtstagswochenende, für Ihre Prüfungsvorbereitung, die Prüfung und die Silberhochzeit geplant habe war als Argumentation nicht brauchbar, habe es von daher auch ganz gelassen.

Ich habe mir sehr viele Gedanken um diesen Tag gemacht, aber …?

Keine Ahnung, aber?!

Und dann noch als Krönung, es eine Zimmerbegehung stattgefunden und folgende Dinge wären „nachzubessern“:
– Waschbecken (o.k. war wirklich nicht blank, nur sauber)
– Fußboden Badezimmer siehe xxx
– Müll siehe xxx
– Staub wischen (kann man hier jeden Tag machen, habe ich 2 Tage NICHT gemacht)
– Fußboden Zimmer XXX ich habe in den 7 Wochen die ich hier bin ca. 8 x wenigstens das Zimmer / Bad gesaugt, gewischt / gemoppet und Staub geputzt.
Nur letztere Position nur auf „meiner Seite“ mein Zimmergenosse hat exakt 1 x einen Besen geschwungen!
Daher die momentane leichte Verweigerungshaltung meinerseits.

Aber das werde ich noch mit Frau L. spätestens im Einzel besprechen!

So, gute Nacht, Nase voll, Ende!

Wagen steht auf Carré Parkplatz evtl. schaue ich nachher noch einmal rüber.

Morgen dann Tierheim, Frau V. kennen lernen und reinschauen! Freue mich sehr darauf!

 

Der Dienstag und der Mittwoch

Ich muss sagen im Moment fällt es mir nicht so leicht in die Tasten zu hauen, ich bin ziemlich in der Denke drin wie es hier weitergeht, wie es mit mir weitergeht und wie es mit UNS weitergeht, denn eines weiss ich ganz genau, ich gebe diese Frau nicht auf.

Die Probleme der vergangenen 4 Jahre sind zum größten Teil auf meinem Mist gewachsen, nein, ich entschuldige mich hier nicht dafür und ich versuche mich auch nciht zu rechtfertigen, ich kann lediglich sagen, dass ich weiß, dass ich Hauptauslöser war!

Es gilt an UNS zu arbeiten, ich gebe keine 25 Jahre Ehe auf, es ist immer noch genug Liebe da, es müssen nur Mauern der Vorsicht langsam aber sicher abgebaut werden, damit wir Beide wieder zu einander finden!

Das habe ich mir für die Zeit danach fest eingeplant!

Apropos fest eingeplant, ich habe die Praktikumsstelle im Tierheim, ich habe mich wie Bolle gefreut heute Vormittag die Email der Leiterin zu lesen, es müssen nun noch einige Formsachen ausgefüllt werden, typisch Deutschland halt von daher werde ich auch „erst“ am 23. Mai den ersten Tag durchstarten. Habe mich selten so darauf gefreut eine Praktikumsstelle anzutreten.
Hmm Moment, ich hatte noch nie eine Praktikumsstelle ^^

Alsdann, Morgen Mittag geht es in Richtung Heimat, ich bin gespannt!

Freue mich allerdings schon sehr auf das Gesicht meiner Frau, die nicht den Schimmer davon hat, dass ich morgen nach Do komme 🙂

 

DER Montag

Also ehrlich, dieser Tag verdient es eigentlich komplett GROSS geschrieben zu werden, nachdem ich in Erfahrung gebracht hatte, dass ich also doch ein hier gekauftes Auto mit einem so genannten Kurzzeitkennzeichen überführen und anmelden kann, und mir dazu noch mein „Stammhändler“ in Dortmund einen B mit 130tkm anbieten wollte, habe ich hier in der Nähe zugeschlagen.

DB W245 B Klasse 170, Benziner, 116 PS, 1 Vorbesitzer, knappe 90tkm gelaufen, graumetallic und eine nette Ausstattung PDC vorne und hinten, Lamellenschiebedach, Autotronic, 4xeFH, Anklappbare Spiegel,  Sitzheizung, Klima.

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Das ganze noch € 450,- runtergehandelt, da der Wagen am vorderen und hinteren Kotflügel auf der Beifahrerseite Lackschäden hat, die durch anschrammen an einen Pfeiler o.Ä. entstanden sind. Es ist kein Rost erkennbar, nur der Lack ist in Mitleidenschaft gezogen.

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Aber für die ersparten € 450,- kann ich das in jedem Fall fachmännisch reparieren lassen!

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Habe dann Heute alles in die Wege geleitet, bei der Direct Line fas Kurzkennzeichen beantragt, das heisst diese EVB Nummer mit der ich es abholen kann und den Wagen noch einmal angeschaut und reingesetzt *seufz* passt wie angegossen das Schätzeken, mein Wunschkennzeichen bereits online reserviert und eine kleine 1/2 Notlüge angewandt bei der Therapeutin. Ich kann ja nicht sagen, dass ich am Freitag nach Dortmund will, um mein Auto anzumelden, ich sagte ich muss zu meiner Mutter bzgl. einer Aussprache, Sie käme Freitag ins Krankenhaus! Sorry!

Kennzeichen = DO-AJ 345  *glucks* gut ne? 555 war leider schon futsch ebenso alle kürzeren oder längeren 5er Packungen.

Nun heisst es eben NICHT nur auf den Donnerstag zu warten, sondern die Tage bis dahin auch zu genießen und erfüllt zu wissen!

Es war erneut ein schöner Tag und mein Plan für Wochenende ist etwas derb, aber um so schöner…. Ich werde am Samstag erneut nach Dortmund fahren und meinen Schatz beim Training besuchen *lach* bis dahin erzähle ich Ihr mal garnix mehr vom Auto 🙂

Hoffentlich kann ich meine Klappe halten 🙂

 

Freitag, Tag der Erprobungen

Ja, genau so sollte ich diesen Freitag nennen, es ging darum sich zu erproben, Dinge zu machen, die mir sonst unangenehm sind, die ich vermeide zu machen und auszuhalten!

Es begann damit, die Gruppenstunde nur in einem Polo Hemd, also keine verhüllende Jacke etc. zu tragen.
O.k. ich habe meine Arme ziemlich vor mir verschränkt, um mich zu „schützen“ und zumindest ein wenig abzudecken, aber viel helfen kann das bei meinen Ausmaßen ja wirklich nicht.

Reaktion der Anderen: Keine Reaktion, alles im grünen Bereich, als wäre alles normal, muss mich wohl langsam daran gewöhnen nicht wirklich ein Alien zu sein.

Frau L. meine Therapeutin sagte erst gar nichts nur zum Schluss der Stunde schaute Sie zu mir, lächelte, hob den Daumen und sagte gut gemacht Herr Schwarzkopf!

Ich habe dann noch in Ruhe gegessen und mich mental auf den Nachmittag vorbereitet, um 13:08 Uhr habe ich die S-Bahn genommen Richtung Frankfurt, eigentlich deutlich zu früh, aber ich wollte noch vor dem Start des Trainings mich in der Umgebung umschauen. Schliesslich fand das TaiJi im koreanischen Garten statt.

2 Pagoden, sehr schöne Kies-Sand-Wege ein ummauerter Bereich in dem trainiert wurde und ein Teich waren hier angelegt worden.

Es ist sehr sehenswert und lohnt einen kleinen Abstecher, wenn man schon einmal in der Nähe der Taunusanlagen ist. Zum Palmengarten sind es von hier aus ca. 10 Minuten zu Fuß.

Von der Haltestelle aus bis hierhin jedoch knappe 30 ^^

Gelohnt hat es sich trotzdem, der Kursleiter S. A. der hier in Frankfurt das Chen TaiJi trainiert, ist ein sehr netter Zeitgenosse, der eine andere Betrachtung des TaiJi hat, Er schaut viel auf die Funktion und das was dahinter steht hinter den einzelnen Techniken, sehr interessant!

Die Gruppe waren lediglich 4 Personen, sehr schade bei dem Ambiente, aber um 16:00 Uhr kann halt auch nicht Jeder. Wir haben uns leicht aufgewärmt, warm war es mit 25° C ohnehin, ein wenig Säule gemacht und Seidenübungen, die beide durch S. korrigiert wurden, so wie ich es auch kenne und anschließend sind wir die Lao-Yia gelaufen.

Zumindest den Anfang des ersten Teils.

Es war sehr anstrengend, nicht nur körperlich, auch mental, immer zu wissen, dass die Leute die vorbei gehen schauen und auch mich sehen, war komisch, funktionierte aber ganz gut.

Ich war hinterher so in die Form und das Training vertieft, dass ich komplett abschalten konnte und mich wirklich nur noch im TaiJi befand, ein super Gefühl!

Entsprechend positiv gestimmt bin ich auch zurück zur Klinik und habe den schönen Tag locker, mit einem roten Curry im Carré, auslaufen lassen.

Donnerstag, Feiertag

Unser Mitpatient aus München hat diesem Feiertag einen ganz eigenen Namen verpasst „Christi hüpf in die Höh!“ ja dann.

Trifft’s doch eigentlich im Kern.

Ein schöner Tag war es, ich habe viel unternommen, zwar zunächst alleine, aber das war ja auch durchaus so gewollt!
Der Plan war schon länger gefasst, sobald das Wetter besser ist wollte ich die Saalburg, das Römerkastell, mit der Kamera besuchen.

Nach dem Frühstück ging es dann los, die Depression war der Meinung mir den Tag nicht zu gönnen, ich fing an nach Gründen zu suchen nicht zu fahren, zog mir sogar eine andere Hose an und wollte mich direkt wieder auf’s Bett legen.

Dann hätte ich eben am Nachmittag hier im Dorfkern den Weltrekordversuch der längsten menschlichen Telefonkette beobachtet…..

Nein, nein, nein, endlich mal ein inneres Aufbäumen, den Schweinehund in die Kimme getreten, die passende Hose angezogen und losgegangen, inkl. Rucksack mit Kamera, Objektiven und einer Flasche Wasser.

Auf zur S-Bahn Haltestelle und gleich zum ersten Rätsel, welches Ziel wählen? Das ist hier nämlich grundsätzlich anders als in Dortmund.
Hier gibt es keine Waben oder sonstiges, hier gibt es nur Preise, die sich nach dem Fahrtziel richten.

Saalburg stand nun nicht zur Auswahl und auch nicht nachdem ich es in die Suche eingetragen hatte. Schön dass es noch freundliche Zeitgenossen gibt, zwei ältere Damen kamen an und ich räumte zunächst das Feld, ließ Sie ihre Karten lösen und fragte dann freundlich nach ob Sie mir mit dem Saalburg „Problem“ helfen könnten.
Die darauf hin folgende Diskussion auf Hessisch die die beiden Damen (geschätzt um die 70 herum) dann führten ließen mich daran zweifeln noch auf Deutschem Staatsgebiet zu stehen. Ich habe NIX aber auch GARNIX verstanden.

Heraus kam: NIX, denn Beide waren sich nicht so ganz einig wohin denn nun die Reise, also MEINE Reise, gehen sollte!
Man einigte sich auf eine Ortschaft in der Nähe, da ich parallel auf die in der Nähe aufgehangene Karte der Umgebung geschaut hatte, was sich Nahe der Saalburg an Ortschaften befand.

Also € 3,- in den Automat und Karte erhalten, fertig!

Die S-Bahn stand schon parat und fuhr auch 5 Minuten später ab, 2 Stationen und ich konnte in Bad Homburg BF aussteigen.

Dort nun hoch in Richtung Innenstadt, so viel hatte mir mein Zimmergenosse A schon im Vorfeld gesagt, dort wären die ganzen Bushaltestellen.
Stimmt, aber vorher noch ein paar Aufnahmen im durchaus sehenswerten Bahnhof und darum herum gemacht, auch hier viele schöne kleine Details die nur darauf warten gesehen und bestaunt zu werden.

Der Bus war dann auch so eine Sache, Saalburg steht natürlich nirgends, mein elektronischer Plan sagte vorher Bus der Linie 5….

Zum Glück stand der Bus der Linie 5 in der entsprechenden Haltebucht, also fragte ich den Fahrer ob Er zur Saalburg fährt. Nö, das ist der andere 5er.
Echt freundlich zeigte Er mir, dass es noch eine zweite Busspur gibt mit dem 5er!

Also dort gewartet, 40 Minuten, was angesichts des wunderbaren Wetters kein großes Problem darstellte.

Vielmehr hatte ich ein inneres Problem, als ich sah wie viele Menschen mit Wandergepäck, Verpflegungsutensilien und Co. sich ebenfalls in der 5er Reihe postierten.

Der Bus kam und hielt quasi vor meinen Füßen, gut, ich ergatterte einen Sitzplatz vorne rechts und freute mich auf die Fahrt und die Umgebung.
Bad Homburg ist wirklich schön, es gab eine Burg, mehrere Kirchen und eine sehr reizvolle Innenstadt zu sehen, selbst schon aus dem Bus heraus. Sicher eine lohnenswerte Exkursion in den kommenden Wochen.

Nach knapp 20 Minuten waren wir an der Saalburg, heftig. Der Bus musste zuvor den halben Herzberg erklimmen, nahezu in Schrittgeschwindigkeit ging es die Straße herauf.

An der Bushaltestelle angekommen war man fast schon im Kastell, nur 300 Meter zu Fuß bis zum Eingangstor, fertig!

Ich will es kurz machen, ist auch ganz einfach bei der Saalburg: Wer sich ein wenig, ja nur ein wenig für Geschichte oder die Römer o.Ä. interessiert trifft hier auf einen Goldschatz, wenn selbst mich empfindungslosen Klotz ein Hauch der Vergangenheit erwischt und ich staunend und mit dem inneren Auge auf einer Bank sitzend, Römische Legionäre herumgehen und Wache halten sehe, das heisst schon was.

Absolut empfehlenswert. Die drei Stunden die ich hier herumging waren schneller um als ich papp sagen konnte, ich habe dann zwar noch eine halbe Stunde auf den Bus gewartet, aber keine einzige Minute bereut!

In Friedrichsdorf angekommen beging ich die erste richtige Dummheit ohne dies vorher zu ahnen.

Ich machte mich aufgrund des immer stärker werdenden Hungergefühls auf zum Chinesen, leider nicht zu den 9Drachen, sondern ich wollte unbedingt auch einmal den „Mongolen“ ausprobieren.  Damned….

Essen so viel man kann, „all you can eat“, hätte ich gewusst dass dies mehr eine stille Wette beinhaltet, dass man eben nicht viel davon essen kann, hätte ich garantiert meinen Hunger bis zu den 9Drachen unterdrückt!

Die angebotenen Speisen waren entweder kalt oder komplett überbraten durch das zu lange herumliegen in der Bain Marie und allesamt von minderer Qualität.

Eine Frühlingsrolle, die 3 Lagen Teig hat und maximal einen Löffel Billigfüllung aus 90 % Sprossen und 10 % angeblichem Hühnerfleisch, gebackenes Gemüse, dessen Panade vor Fett triefte, panierte knusprige Hähnchenbrust, die eine ca. 0,5 cm starke Fetthaltige Panade hatte und auch schon schön kalt war….

Nein, also dort war ich das berühmte „eine mal“ und nie wieder!

Dann doch viel lieber Klasse statt Masse, wobei man auch hier noch sagen muss, dass ich bei den 9 Drachen mit Vorspeise, leckerem Jasmin Tee und Hauptgericht ca. € 15,- bezahle und hier € 16,80 fällig waren, also für diese Leistung eine Unverschämtheit.

Zurück zur Klinik, hier gab es auf dem Marktplatz einen Biergarten mit großem Grill, Live Musik und Tam Tam aufgrund Feiertag und Weltrekordversuch, schön war’s!

Bin dann mit 4 Mitpatienten zum hiesigen Freibad getingelt, um einfach mal zu schauen, da es am kommenden Sonntag eröffnet.
Schönes Freibad und mit Behinderten Ausweis beträgt der Eintritt € 2,- na das werde ich doch sicher mal besuchen!

Zurück an der Klinik habe ich mich noch mit einigen der Mitpatienten auf den Marktplatz gesetzt und ein wenig die Biergartenleute beobachtet. Schon komisch zu sehen, wie ungehemmter die Stimmung wurde je mehr Alkohol ins Spiel kam.

Das schöne daran, ich habe nicht einen Gedanken daran verschwendet mir ebenfalls ein Bier zu bestellen, ich hatte weder Suchtdruck noch einen Gedanken an Bier, das gefiel mir!

Nette Musik der Coverband, einige Irische Stücke und auch moderne Hits, die Beiden waren wirklich gut.

Als krönenden Abschluss des Abends habe ich mit F., Jo, Isa. noch 2 Runden Pool gespielt, und bin dann auf’s Zimmer.

Alles in Allem ein wirklich gelungener Tag, den ich durchweg, ausser dem Billard, durch Fotos dokumentiert habe, die ich noch immer sichte und bearbeite 🙂

So kann der Freitag kommen, der Freitag der Expo in den koreanischen Garten….

Mitwoch Nr. 6

Start in die sechste Woche der Entwöhnung, noch immer kein Alkohol, noch immer kein Erbrechen, läuft!

Und was mir heute Abend aufgefallen ist, und das mal positiv, das mich meine Menschenkenntnis nicht immer im Stich lässt.

Unser S., für mich ein Aufschneider, ein Laberkopp, ein Blödmann, ja und was soll ich sagen: Treffer!
Habe mich zum Abendessen neben J. gesetzt und wer kommt an und setzt sich auch dort hin S. hätte ich mir auch denken können, nachdem beide sehr viel mit einander in letzter Zeit gemacht hatten. Wie dem auch sei, fängt Er mit einmal an zu erzählen, „die Neue hat tolle Hörner, die hat er erst einmal gechecked!“

Gefolgt von weiteren Beispielsätzen, weshalb der Mensch unter Garantie vom Affen abstammt! Geht gar nicht anders, nix, unmöglich!

Fazit: Bleib weiterhin weg von dem Kerl, Niveau gibt es nicht in kleinen blauen Dosen und für Ihn wäre nicht einmal eine Wagenladung davon ausreichend!

Das Einzel war gut, Frau L. ist genau das, was ich immer gesucht hatte als Therapeutin. Sie bleibt hartnäckig bohrt nach und bekommt tatsächlich dann irgendwie und irgendwann raus, was wirklich hinter der Sache steckt.

Sie ist auch die erste Therapeutin, bei der ich wirklich offen reden kann, das gefällt mir gut, sehr gut, in der LWL habe ich immer mit großem Abscheu an die Einzel gedacht und war sehr froh, wenn die nur immer max 20 Minuten dauerten.
Hier klopfte es „mitten im Gespräch“ an die Tür und der Nächste stand schon da, sogar verspätet für Ihn ^^ Frau L. hat Ihn noch gebeten kurz im Gruppenraum platz zu nehmen und wir haben die Stunde noch beendet, was noch einmal knappe 10 Minuten in Anspruch genommen hat!
Toll, so kann man es sich nur wünschen!

Meine Aufgabe lautet wie folgt: Da ich gut mit dem Computer umgehen kann, soll ich mich malen (wie auch immer) und dann einzeichnen was ich an mir „schön“ finde. Und zwar 10 (zehn!) Dinge!
Wenn ich kurz drüber nachdenke und auch länger fallen mir exakt 0 ein (null!)
na Mahlzeit bin schon auf das kommende Einzel gespannt 🙁

Auf in den Feiertag, morgen Früh findet hier ein Weltrekord Versuch statt, die Teilnehmer wollen versuchen eine Menschenkette von knapp 200 + Teilnehmern zwischen dem Marktplatz und der 7 km entfernten Saalburg zu bilden und sich einen Begriff / ein Wort / einen Satz, den Sie morgen erst erfahren, sich zuzurufen …..

Es soll sinnbildlich für die Erfindung des Telefons stehen!

Bin ja mal gespannt 🙂